Indien | freedom-on2wheels
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Samstag, den 17. Dezember 2011 um 14:53 Uhr
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Indien

Hauptstadt: Neu-Delhi

Währung: Indische Rupie 1 Euro = ca. 70 INR ( Stand Dez.2011 )

Spritpreis: € 1,- / Liter

Benzinkosten in Indien : € 107,98

Verbrauchter Sprit in Liter in Indien : 125,36 L

Autobahn Mautpflicht: Streckenabhängiges Mautsystem

Meine Mautgebühren: € 0 ,- ( Keine Mautpflicht für zweispurige Fahrzeuge )

Kfz - Kennzeichen: IND

Gefahrene KM in der Indien : 1920

Gefahrene KM seit Start: 18742

Verbrauchter Sprit in € seit Start :  1.032,36

Verbrauchter Sprit in Liter seit Start : 730,59 l

Carnet de Passage erforderlich: Ja

Erforderliche Dokumente: Reisepass, Zulassung, Euro 50 Double Entry Visa 6 Monate gültig. 

Gefahrene Route Indien:

Amritsar – Karnal – New - Delhi – Faridabad -  Agra – Kanpur – Allahabad – Varanasi -  Gorakhpur – Motihari – Raxauli Bazar ( Grenzort zu Nepal )





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Tag  102 Samstag 26.11 2011

In „Amritsar angekommen finde ich ein Zimmer, mein GPS leitet mich nicht bis vor die „Haustür „ so muss ich mich noch etwas durchfragen. ( Ich bin überrascht von der schlechten Aussprache der Inder, ich verstehe das Englisch das die sprechen sehr schlecht )  Vorbeigefahren an der Unterkunft drehe auf der Hauptstrasse um, ein Manöver seines gleichen aber in Indien egal hier gibt es keine Verkehrsregeln bzw. gibt es noch weniger als in Pakistan.












Ein Gehupe startet aber ich lass mich ( noch nicht ) aus der Ruhe bringen. Angekommen in  meinem Zimmer und ziemlich erledigt wasche ich meine Wäsche im Trog der im Badezimmer steht. Ich merke sofort Indien ist teuer, zumindest hier nach der Grenze. Es wird für einen Socken waschen 10 Rupies ( 7 Eurocent ) und für ein T Shirt satte 30 ( 42 Eurocent ) berechnet. Mein Zimmer kostet 350 Rupies was in etwa € 5,- ausmacht.  ( Wie ich später erfahre viel zu viel, wenn man bedenkt dass in Indien Familien mit 4 Kindern mit 20 Rupies einen Tag lang auskommen müssen  Stirnrunzelnd Ich entschließe mich daher die Wäsche selber zu waschen.




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Tag 103 Sonntag 27.11.2011

Heute schaue ich mir den „Goldenen Tempel in Amritsar an. Zu Fuß mache ich mich auf den Weg und es ist Wahnsinn was sich hier Verkehrstechnisch abspielt. Als ich in der Türkei war dachte ich mir das ist extrem der Verkehr und das Fahrverhalten in Istanbul, im Iran war es schlimmer speziell in Teheran, Pakistan war noch einen Level höher aber Indien OHNE WORTE!! Ein Gehupe den ganzen Tag es wird gedrängt wo es nur geht.. Als ich die Strasse überqueren will gleicht es einem Spießrutenlauf, und zuallerletzt streift mich einer mit dem Moped, mir langt es ich laufe ihm nach und schlage ihm mit der Faust auf den Helm. „ You fucking blody Idiot schreie ich und er schaut mich an. „Sorry Sir „ sagt er und ich denke mir ich habe etwas überreagiert.

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Er sagt er ist Professor für Geschichte an der Universität in Amritsar, und fragt mich wohin ich denn möchte. Ich sage zum Goldenen Tempel daraufhin deutet er mir ich solle mich hinten auf sein Moped raufsetzen. Ich frage „ How much „ da lacht er und sagt „ You do not have do pay ) ich setze mich drauf und er bringt mich zum Tempel. Dort angelangt gibt er mir seine Tel. Nummer und sagt wenn ich ein Problem hätte könnte ich ihm anrufen. Irgendwie fühle ich mich jetzt schlecht dass ich ihm ein draufgehauen habe, und entschuldige mich dafür, meine Nerven sind in diesem Moment mit mir durchgegangen. Er lacht und sagt „ I know in Europe it`s different „ Nach einer Umarmung mache ich mich auf dem Weg Richtung Tempel.  Im Tempel drinnen schauen maltich die Leute wieder an als ob ich von einem anderen Stern bin. Unzählige Fotos werden von mir gemacht und es nimmt kein Ende. Der so genannte „Goldene Tempel“ ist eigentlich eine Mischung aus hinduistischer und islamischer Baukunst, allerdings mit über 750kg Gold verziert. Rings um den Schrein befindet sich der heilige Nektarteich mit – wer hätte es gedacht – ebenfalls heiligen Fischen drin. Rings um den See ist ein aus Marmor angelegter Weg der den Identischen Nord- und Südflügen spiegelt. Bevor man die Anlage betreten darf, muss man sich die Füße waschen und ein Kopftuch aufsetzen um die Reinheit vor den Gurus der Sikh zu bewahren Alle starren auf meine weißen Füße und nach 30 min Rundgang beschließe ich den Tempel zu verlassen. Am Rückweg schaue ich mir noch etwas die Stadt an und es ist einfach unwahrscheinlich was sich hier abspielt. Direkt auf der Strasse werden Leuten die Harre geschnitten und Männer werden rasiert.

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In meiner Unterkunft  treffe ich  „Mitch und Ryan „ aus Sydney Australien. Wir kommen schnell ins Gespräch und entschließen uns gemeinsam mit einem „Tuk Tuk „zum Grenzübergang der so genannten „ Wagah Border“ zu fahren um das Spektakel anzuschauen. Jeden Tag um 16:30 findet am einzigen Grenzübergang zwischen Indien und Pakistan dieses „Grenzspektakel „ statt. Auf beiden Seiten demonstrieren zur gleichen Zeit eine Auswahl von 8 bis 10 Soldaten die Stärke ihres Landes. Mit speziellen Militärischen Schritten ( das Bein wird fast über dem Kopf gehoben ) und dem Beifall von tausenden Leuten auf beiden Seiten dauert das ganze etwa 30 Minuten. Zum Schluss nachdem sich die Kommandanten die Hände schütteln, werden die Tore wieder geschlossen bzw. zugeworfen.Cool ( Anm. Indien und Pakistan vertragen sich wie „ Hund und Katze „ ) Unvorstellbar was da abgeht. Als alles fertig ist gehen wir noch in Amritsar Indisch essen. Wir kommen ins Gespräch und die Jungs sagen ihr Vater hat in Sydney mehrere Restaurants, und sie hätten einen Job für mich. Wir tauschen Adressen aus und ich hau mich dann aufs Ohr.

































































Tag 104 Montag 28.11.2011

Mein Ziel heute „Delhi“ doch ich schaffe es nur bis „Karnal“. Zu viele Baustellen und das fahren in Indien strengt mich dermaßen an dass ich spätestens alle 1,5 Stunden eine Pause machen muss. Ca. 100 km vor Delhi wird es dunkel und ich kann bei diesem Verkehr und dem Fahrstil der Inder nicht mehr weiterfahren. Als ich kurz halte bleiben zwei vermummte auf einem Moped stehen. Ich denke mir was kommt jetzt ein Überfall?? Den Pfefferspray in der Hand und mein Messer Griffbereit gehe ich auf sie zu. Die beiden fragen mich woher ich komme usw. ( Immer die gleichen fragen… )  Sie möchten ein Foto mit mir ich sage zu und dann fahren sie weiter. Es versammeln sich sofort wieder hunderte Menschen und als ich schnell noch einen Schluck Wasser nehmen will ist auch schon ein Polizist da ( auf einer „Royal Enfield ) und schreit GO!GO! ich dreh mich um und sehe das absolute Verkehrschaos. Alle Leute stehen auf der Strasse und der Verkehr kommt zum erliegen. Ich schwing mich auf Flocke und gebe Gas. Nach ein paar Stunden Fahrt suche ich eine Unterkunft und werde nahe des „Highways „ fündig.

















Anmerkung zur „Royal Enfield“ : Royal Enfield ist ein indischer Motorradproduzent, hervorgegangen aus einem englischen Hersteller von Gewehren, Motorrädern und Automobilen.Royal Enfield (gegr. 1893, erstes Motorrad gebaut 1901) ist die älteste noch produzierende Motorradmarke der Welt. Sie ist älter als Triumph (gegr. 1886, erstes Motorrad gebaut 1902), Indian (gegr. 1901, erstes Motorrad gebaut 1901), Harley-Davidson (gegr. 1903, erstes Motorrad gebaut 1907) und Husqvarna (gegr. 1889, erstes Motorrad gebaut 1903).

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Flocke wird vor der Türe abgestellt und nach kurzer Zeit wie immer versammeln sich Menschenmengen um das Motorrad. In Indien wird mit den Händen geschaut und nicht mit den Augen. Ich sehe wie sich einer auf Flocke sitzt und renne hinaus, mir reißt  die „Hutschnur „ und ich schreie ihn an. „ Don`t sit on my bike ! „ Er rennt davon aber alle anderen Leute stehen wie angewurzelt da und alle haben Ihre Hände an Flocke. Ich verscheuche die Menschenmenge und ziehe meine Abdeckplane hervor, und bedecke ich Flocke damit. ( Anm. In Pakistan waren auch immer Hunderte Menschen um Flocke aber niemand hat etwas angegriffen ) Ich versteh ja dass wir hier „exotisch „ sind aber ich hasse es wenn jemand mein Motorrad angreift, schauen sollte man mit den Augen.  Ich fixiere noch das Bremsscheiben Schloss und gehe schlafen. Kurz darauf höre ich den Alarm. Ich renne hinaus und es stehen 3 Typen da und schauen mich an. Ich gehe auf sie zu und sage auf Englisch warum könnt ihr nicht mit den Augen schauen, warum greift ihr immer alles an?? Sie sagen „ Sorry Sir „ und ich dreh fast durch. Der Junge von der Rezeption stellt einen zur Verfügung der die ganze Nacht bei Flocke „wache steht






Tag 105 Dienstag 29.11.2011

Um 09:00 Uhr Abfahrt nach Delhi. Was wird mich erwarten? Wie es sich im nach hinein herausstellt der „Supergau „ jedes Motorradfahrers „  20 km vor Delhi fängt der Irrsinn an. Durchgehendes Hupen und ein Verkehr wie ich es in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt habe. Die Armut ist so groß ich sehe Dinge die ich auch von meinen bisherigen Reisen kenne aber in diesem Ausmaß habe ich das noch nie gesehen. Ich suche BMW Delhi da ich einen Ölfilter und Motoröl brauche. Nach 5 Stunden Megaverkehr erreiche ich den Händler. Es stehen Luxuskarossen vor der Tür aber alle stehen um mein Bike. Wie mir der Geschäftsführer erzählt gibt es in ganz Indien etwa 5 -6 Bikes wie Flocke. Nicht die Gleichen keine „BMW Adventure, sondern „nur“ normale 1200 er. Ich kaufe einen Ölfilter und mache mich auf dem Weg nach Südenalt. Nach Delhi zurück möchte ich auf keinen Fall mehr. Ich entschließe mich in „Faridabad „ ca. 10 km außerhalb Delhis eine Unterkunft zu suchen. Ich werde nach 2 Stunden fündig. Leider ein sehr teures Hotel aber mit Security 24 Stunden. Endlich können Flocke und ich eine geruhsame Nacht verbringen. Die Securitys haben alle Hände voll zu tun denn rund um Flocke sammeln sich hunderte Menschen. Ich möchte einfach nur meine Ruhe haben und geh auf`s Zimmer. Jetzt kann ich verstehen warum Filmstars ihre Ruhe haben wollen. Als ich am Morgen aufstehe bietet sich das gleiche Bild wie bei meiner Ankunft. Hunderte Fotos muss ich über mich ergehen lassen, die unzähligen Fragen usw.. Ich versteh ja dass die Menschen das nicht jeden Tag das zu sehen bekommen aber auch ich brauch meine Ruhe und hier in Indien finde ich sie einfach nicht so wie es aussieht. Zu viele Menschen leben hier. ( PS: War am Vorabend so fertig dass ich meine Plane nicht mehr ausgepackt habe, da haben die Jungs vom Hotel Flocke eigenhändig abgedeckt um die Leute weg zu bringen Lachend )





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Tag 106 Mittwoch  30.11.2011

Fahrt nach „Agra“ ich möchte das „Taj Mahal „ anschauen. Am Weg nach Agra bleibe ich am „Highway“ kurz stehen und nachdem sich eine Menschenmenge sich wieder einmal versammelt hat kommt der Verkehr zum erliegen. Kurz darauf kommt die Polizei und fordert mich bestimmt auf weiter zu fahren. Ich sage zu den Polizisten „ I need a break „ aber keine Chance ich muss mich „schleichen „. Außerhalb der Stadt verstecke ich mich hinter einem Baum und trinke mein Wasser. Ich brauch Ruhe und das funktioniert nur wenn ich mich verstecke.  Nachdem ich  mit Müh und Not ein Zimmer gefunden habe, gehe ich eine Runde durch die Stadt, und besichtige das berühmte „Taj Mahal“, und das „Red Fort“. Es bietet sich das gleiche Bild wir überall. Alle gaffen mich an als ob ich weiß nicht woher komme. Ich habe nie meine Ruhe und alle haben ihre Hände auf Flocke. Alles muss runter und Flocke wird abgedeckt mir reicht es langsam aber sicher. Die begreifen das nicht dass ich das nicht mag wenn die andauernd ihre Pfoten überall haben. Ich schreie mal laut auf und es rennen ein paar davon. Aber es sind zu viele ich kann mich nicht mit über einer Milliarde Menschen anlegen.




Das Taj Mahal (deutsch: der oder das Tadsch Mahal, Perso-Arabisch: